Musou – Teil 1 – Was ist Musou?

Jeder hat das ein oder andere Lieblingsgenre. Shooter, Strategie, Rollenspiel. Man spielt diese Spiele wohl auch am Meisten und davon wohl auch viel zu viele zur gleichen Zeit. Irgendwann stellt sich dann ein Trott ein – man braucht Abwechslung, etwas neues. Sei es ein Franchise oder gar ein Genre. Die 30-Minütige Rennspieleinlage tut es bei mir leider nicht mehr – auch davon gibt es schon genug und verschwimmt zu einem Einheitsbrei aus den selben Mechaniken und Freischaltbäumen.

Genug damit – ich wollte ja schon immer einmal einen Zelda-TItel spielen. Im stöbern des Nintendo eShop’s sehe ich dann ein Spiel – Hyrule Warrior: Legends. Das sieht auf den Screenshots aber eher nicht so sehr wie ein typisches Zelda aus? Nach kurzer Recherche stelle ich fest, das es sich um ein „Musou“ Spiel handelt.

The Warriors meta-series, known as Musou (無双 Musō?, lit. „Unrivalled“) series in Japan, is an action game series created by Omega Force and Koei (now Koei Tecmo). The first title, Dynasty Warriors, was premiered in Japan in 1997. The meta-series contains Dynasty Warriors games, Samurai Warriors games, and spin-off titles.

 

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Alles klar! Dynasty Warriors kenne ich ein bisschen. Ein Button-Mash durch Gegnermassen, oder so. Hyrule Warrior: Legends ist also ein Dynasty Warriors Reskin mit Zelda Charakteren, sogar vom selben Entwickler. Da es eine Demo gibt, brauche ich auch kein Geld zu investieren und kann das Spiel sogleich auf die schnelle ausprobieren.

Nach den Introsequenzen und anfänglichen Tutorials stelle ich fest, dass ich ein komplett falsches Bild von Musou Spielen hatte und nach dem Erreichen des Demo-Limits habe ich es auch sogleich gekauft.

Lassen wir erst einmal den „Zelda Skin“ aussen vor und widmen wir uns dem eigentlichen Spielprinzip von Musou. Diese Spiele sind zweigeteilt – auf der einen Seite ein actionreiches, kombolastiges Kampfspiel und auf der anderen Seite ein Strategiespiel, in welchem man Territorien erobern, Ziele erledigen und die Gegnermassen in Schach halten muss. Eingeblendet ist hierzu immer die Übersichtskarte, ganz im Sinne eines Echtzeitstrategiespiels.

Link HWL Screenshot

Das Kämpfen macht gut Laune und ist geprägt von knackigen Komboattacken. Leichter Angriff, schwerer Angriff und so weiter. Wichtig sind auch die Charakterindividuellen und meist aufwendig animierten „Musou“ Angriffe. Diese kann man ausführen, sobald man einen Balken gefüllt hat und dient meist zum Säubern einer riesigen Gegnerhorde oder hilft dabei schwerere Gegner schneller zu besiegen.

Während des Kampfes stellt einem das Spiel dann immer wieder Aufgaben und man sollte diese zeitnah erledigen. Es gibt Hauptaufgaben welche die Mission vorantreiben und Bonusaufgaben welche Extrapunkte, Items und sogar Charaktere freischalten.

Das klingt jetzt erstmal relativ einfach, aber mit der Zeit und je nach Mission befinden sich mehrere Charaktere gleichzeitig auf der Karte. Man kann diese nicht nur direkt im Kampf steuern, sondern auch auf der Karte befehligen. Wie bei einem Echtzeitstrategiespiel befehligt man dann andere Helden per Wegpunkte über die Karte. Sie können eigenständig Vorposten einnehmen, anderen Helden zur Hilfe eilen, oder einfach nur die Gegner in Schach halten. Auch wenn die KI ganz eigenständig ist, sterben können die Charaktere dennoch und somit sollte man immer mit einem Auge auf der Übersichtskarte bleiben.

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Apropos Helden – die Angriffe und Verhaltensweisen könnten unterschiedlicher nicht sein. Im Beispiel Hyrule Warriors befehligt man zum Beispiel Link, der gewohnt mit Schwert und Schild angreift. Oder Lana, deren Angriffe aus Zaubern und mächtigen Bereichsschaden besteht. Jeder Charakter spielt sich anders und man entdeckt immer wieder einen neuen Lieblingscharakter. Das Roster ist schier gigantisch und man findet Link sogar als Toon Version aus Wind Waker wieder.

Von Mission zu Mission steigt die Anzahl der Aufgaben, Helden und Gegner – es wird richtig stressig und des Öfteren verliert man auch schon mal ein Spiel. Nach dem Kampf kann man dann seine Charaktere und deren Waffen aufrüsten oder Items kaufen die im Kampf helfen könnten. Items gibt es auch auf der Karte selbst – verführerische Schatzkisten, Drops und Secrets sind Gift für den Stresslevel. Immerhin versucht man Zähne zusammenbeißend die Schlacht unter Zeitdruck nicht zu verlieren. Ach ja – Boss Gegner gibt es natürlich auch.

Also ich fasse zusammen:

  • Actionreicher Kampf.
  • Viele Gegner.
  • Strategie.
  • Charaktere und Helden.
  • Stress.
  • Items.

Es macht einfach unglaublich viel Spaß!

Das war jetzt erstmal der grobe Überblick und ich bin mir sicher ich habe etwas wichtiges vergessen. Aber Musou ist mir ans Herz gewachsen und ich bin süchtig geworden. Im zweiten Teil werde ich über andere Musou Spiele schreiben, erklären warum Grafik nicht wichtig und Eintönigkeit manchmal schön ist.

Tips, Beschwerden, Anregungen an @derFeef

 

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Spielen und Lernen

Keine Schule mehr, Videospiele!

Es heißt ja, man lernt nie aus. Allerdings wird mit ansteigendem Alter, sofern nicht getrieben von Wissensdurst oder Ausbildung, das Lernen eher in den Hintergrund gerückt. Natürlich lernt man täglich neue Dinge – sei es über Mitmenschen, aus dem Internet und dessen sozialen Netzwerken, Wissensdatenbanken oder aus Fachbüchern. Doch wann hat man die Zeit, nebst Job und Freizeitplan, sich selbst weiterzubilden? Den Hobby-Horizont zu erweitern, beziehungsweise sich ein völlig neues Hobby zu suchen ist aber wohl die beste Möglichkeit, etwas Neues zu lernen. Videospiele spielen lehrt ebenfalls, oft sogar mehrere Sachen gleichzeitig.

Man lernt Geduld, etwa beim Besiegen eines Monsters an dem man schon vierzehn Mal gescheitert ist. Oder etwa Geschicklichkeit, wenn es darum geht, präzise den Analog-Stick zu bewegen und gleichzeitig, zum richtigen Zeitpunkt, den richtigen Knopf zu drücken. Gedächtnistraining, wenn das neueste Rätselspiel zum Gebrauch von Bleistift Papier motiviert.

Dies alles liegt eigentlich auch auf der Hand, sofern man sich etwas mit dem Medium beschäftigt. Jetzt gibt es aber durchaus Genres und einzelne Spieleperlen, die etwas ganz anderes vermitteln. Wissenschaften wie Mathematik, Physik oder Chemie. Oft sind es kleinere Puzzle- und Rätselspiele die diese Themen aufgreifen.

Kleine grüne Männchen

Lego ist wohl allen bekannt. Verbindet man Lego mit Lego Technik, beziehungsweise erweitert den Technik Teil mit „Astrophysik“, so hat man eine ungefähre Vorstellung von Kerbal Space Program.

Kerbal Space Program Hangar

Im Hangar baut man sich sein gewünschtes Flugopbjekt zusammen

Im Baukastensystem kann man sich sein eigenes Raumschiff, oder jedes andere erdenkliche Fluggerät, basteln und auf die Startrampe bzw. Raketenabschussbasis schicken. Die knuffigen Kerbals stehen uns hier als Testpiloten zur Verfügung und man gibt sein bestes die kleinen Lebewesen lebendig ans Ziel zu bringen, oder bei einem gescheiterten Start zumindest mit dem Fallschirm zu Boden gleiten zu lassen.

Natürlich bietet das Spiel auch vorgefertigte Schiffe und so kann man sich zum Beispiel mit dem Space-Shuttle auf den Weg zum Mond machen. Treibstoffmanagement ist hier genauso wichtig wie das Ansteuern einer stabilen Umlaufbahn und das Verwalten der Shuttlesysteme. Vielleicht rettet man nebenbei auch noch den ein oder anderen verloren gegangen Kerbal im Weltraum.

Kerbal Space Program - Umlaufbahnen

Umlaufbahnen spielen eine wichtige Rolle

Die sehr steile Lernkurve und das unübersichtliche Interface bieten Anfangs mehr Frust- als Erfolgsmomente. Aber begreift man erstmal die Grundlagen, so öffnen sich ungeahnte Möglichkeiten und man bekommt Freude am Experimentieren. Ob als Raumschiffsingenieur, Hobbyastronaut oder Astrophysiker – Kerbal Space Program ist der Inbegriff des Lego Paralleles im Erwachsenenalter, mit Allüren zum Wissenschafts-Studium.

Elitäre Wissenschaft

Simulationen, vor allem Weltraumsimulationen (die ja stark in Mode sind) basieren des Öfteren auf wissenschaftlichen Prinzipien. Allerdings reicht hier die Genrespanne von „Ballern und Herumdüsen im Weltraum“ bis hin zu „Komplexen Wirtschaftssimulationen mit Science-Fiction Insektenwesen“

Elite: Dangerous Station

Eine Raumstation in Elite: Dangerous

Genügend Science und gerade genug Fiction um den Spielspaß hoch zu halten, bietet Elite: Dangerous. Unsere Galaxie ist in diesem Spiel etwa mit Hilfe von wissenschaftlichen Prinzipien originalgetreu abgebildet. Sprich würde man, sofern möglich, von der Erde aus nachts in den Himmel starren sollten wir genau das sehen, was wir in der Realität auch sehen. Wer sich bisher noch keine Gedanken über so etwas wie Galaxien, den Weltraum und dessen Maßstäben gemacht hat, wird ein kleines Aha-Erlebnis beim Öffnen der Galaxienkarte in Elite erleben. Man sollte sich kurz Zeit nehmen um zu zoomen, scrollen und nach bekannten Namen (Hallo, Pluto!) suchen um einen Eindruck der Größe unserer Milchstraße zu bekommen. Auch wenn es oft nur durch spielerische Mechaniken veranschaulicht wird, so richtig einschätzen und begreifen lassen sich Entfernungen und das Ausmaß unserer Galaxie aber erst später im praktischen Spiel.

Die Verbindung von Realität und Wissenschaft mit dem Spiel lässt die Lernkurve, die bei Elite doch sehr hoch ist, etwas flacher wirken als sie im Grunde ist. Lassen sich dann zwei Hobbys noch verbinden, sind der Lernfaktor und die Freude daran auch noch um einiges größer. Es packt einen richtig und man durchforstet Wikis und Foren – die des Spiels und die des Planetarischen Nebels, den man vielleicht schon durch sein Teleskop beobachtet hat und nun im Spiel auch noch entdecken möchte.

Forscherdrang

Sei es Weltraumerkundung, Space-Shuttle Bau oder Chemieexperimente, die Spieleinudstrie gibt sich ab und zu Mühe auch den Wissenschaftlern unter den Hobbyasten entgegenzukommen. Eine Vielzahl an YouTube Channels widmen sich auch schon der Materie. Zum Beispiel spielt der gelernte Astrophysiker Scott Manley gerne Elite und Kerbal Space Program in seinen Livestreams. Währenddessen erzählt er uns Anekdoten aus der Weltraumforschung und erklärt uns, was das Interessante an der Entdeckung von Gravitationswellen ist.

Doch am schönsten ist es, selbst das Spiel und somit einen neuen Lernprozess zu starten. Man beherrscht jeden Tag mehr und kommt dem selbstgesteckten Ziel immer näher. Man feilt am Raumschiff weiter, plant Flugrouten und macht sich beim Einschlafen noch Gedanken über Umlaufbahnen und Treibstoffknappheit.

kerbal Space Program - Gelandet