Kein Spiel des Jahres-Liste 2016

Game of the year Listen sind sehr spaßig. Jeder macht sie, jeder liest sie, und jeder hasst die Listen der Anderen. Ich wollte auch meine Liste machen, allerdings tat ich mir sehr schwer mich an Spiele zu erinnern, die ich in diesem Jahr gespielt und wichtiger noch, FERTIG gespielt habe.

Ich hänge meist weit hinterher und spiele die neuesten Blockbuster meist nur kurz an, um dann wieder zurück zum Backlog Stapel zu kriechen. Ich glaub, ich hab aber einen guten Weg gefunden doch eine Liste zu erstellen.

Unten sind die großen Spiele erwähnt, mit denen ich wohl die meiste Zeit verbracht habe. Das heißt aber nicht, dass ich nur diese Spiele gespielt habe — es fehlen die obligatorischen Indie games, Spiele aus dem Backlog und Revisits.

Die Hälfte davon – DOOM

Irgendwie hat id software es geschafft das alte Run & Gun Spielprinzip mit neuen Ideen und altbewährten Tricks wiederzubeleben. Die Story rund um den “Doomslayer” ist überraschend gut ausgearbeitet und wirkt trotz Überspitztheit glaubwürdig. Das Gameplay ist schnell und brutal, nicht zuletzt dank der Glory Kills, die mehr Spaß und Sinn machen als sie sollten. Man ist ständig in Bewegung und man hat irgendwie das Gefühl Shooterpuzzles zu lösen sobald das Spiel unzählige Dämonen auf einen los lässt.

Im Verlauf des Spieles werden die Gegner dann immer vielzähliger und größer. Neue Skills und Upgrades helfen die Dämonen schneller zu besiegen und es gibt auch Bosskämpfe.

Irgendwann hat sich für mich dann aber Langeweile eingestellt und nach einem langen Kampf, den ich mehrmals wiederholen mussten, hatte ich dann genug und das Spiel beendet. Ich habe alles gesehen und hatte meinen Spaß.

Die ersten zehn Minuten von DOOM sind wohl mein persönliches Highlight und werden mir auch noch lange in Erinnerung bleiben. *shotgun cock*

Schnell wieder gelöscht – Deus Ex: Mankind Divided

Wie sehr habe ich Human Revolution geliebt… Ich meine, bis auf die verdammten Bosskämpfe, die voll und ganz gegen das Spielprinzip sprechen und den Spieler einen Lösungsweg vorschreiben.

Und wie sehr habe ich mich af Mankind Divided gefreut. Wieder diese Atmosphäre spüren, wieder die Musik hören, wieder durch Lüftungsschächte schleichen und niemanden umbringen — keine Waffe, kein geballer. Ach wie entspannend und befriedigend. Und dann auch noch die Versprechungen des Entwicklers dem Spieler (noch mehr) freie Wahl zu lassen und den Actionzwang zu eliminieren. JUHU!

Ich hätte gerne mein Gesicht gesehen, als mich das Spiel dann nach dem Tutorial durch eine Actionsequenz gejagt hat, die unzählige Gegner und Gewehrkugeln auf einen hetzt. Bestimmt 10 Anläufe habe ich gebraucht um erstmal herauszufinden was ich machen muss und anschließend musste ich da auch noch lebend anzukommen.

Es mag sein, das das Spiel danach besser ist. Aber ehrlich gesagt hat es mich nicht mehr interessiert. Ich werde es nie mehr anfassen, auch nicht mit Handschuhen und Greifzange. ALT+F4.

Franchise Ermüdung – Dark Souls 3

Ich verehre Souls Spiele. Sie sind schwierig, spielen sich einzigartig und haben eine dicke Atmosphäre durch fantastisches Welten- und Monsterdesign. Ich stieß erst viel zu spät auf Demon’s Souls, aber ich habe dieses Spiel so schnell aufgesogen wie sonst kein Spiel zuvor.

Nach dem großartigen Dark Souls und dem dann etwas enttäuschenden Dark Souls II stellte sich dann doch die Franchise Ermüdung ein. Dark Souls III versprach den zweiten Teil wieder gut zu machen und es hat diesbezüglich eigentlich auch nicht enttäuscht. Aber irgendwie hat dann doch das gewisse Etwas gefehlt und generell fand ich es auch zu leicht. Ich hatte immer weniger den Drang in neue Gebiete vorzustoßen und jede noch so unscheinbar wirkende Ecke zu erkunden — eigentlich meine Lieblingsbeschäftigung in den Souls Spielen. Da war mir dann klar, dass auch der nächste Bosskampf keine Wendung bringt und ich habe Dark Souls III zur Seite gelegt.

Übrigens habe ich jetzt eine PS4 und Bloodborne könnte, nach ersten kurzen Sessions zu urteilen, meine erloschene Leidenschaft für FROM’s Rollenspiele wieder auf’s Neue entfachen. Achja, Nioh kommt ja auch…
Überraschend gut (schlecht).

Überraschend gut (schlecht) – ReCore

Das Spiel von den Metroid Prime Machern versetzt das Spielerherz zurück in die Zeit als Spiele noch Spiele, Steuerung direkt und Platforming das Nonplusultra waren. Man merkt aber, dass da mehr Herz als Verstand in die Entwicklung gesteckt wurde, denn das abrupte Ende und die Itemplagerei zum Schluss hin lassen das knackige Gameplay und die charmanten Roboterkollegen schnell vergessen.

Es fühlt sich einfach unfertig an und wahrscheinlich ist das nicht mal so weit von der Realität entfernt. Schade, das hätte ein ganz Besonderes Spiel sein können…
Late to the Musou.

Late to the Musou – Hyrule Warriors: Legends

Nachdem ich mir einen New 3DS XL zugelegt und ein paar Spiele ausprobiert habe, hat mich dieses Spiel sehr überrascht und gefesselt. Ich bin kein Zelda fan und habe diese Spiele auch kaum angegriffen — aber Hyrule Warriors ist wohl Fanservice pur. Im Grunde ist es ein Dynasty Warriors mit Zelda Skin. Musou Spiele habe ich eher immer zur Seite gewunken, unter dem Glauben sie seien zu einfach, eintönig und werden schnell langweilig. Ich habe aber sehr schnell gemerkt, wie falsch ich lag.

Es macht nicht nur unglaublich viel Spaß Gegnerhorden mit protzigen Comboattacken auszulöschen, sondern der Strategie- und Zeitdruck Aspekt tragen dazu bei, das es nie langweilig wird. Noch dazu kommt, dass es unglaublich viel freizuschalten und hochzuleveln gibt.

Hyrule Warriors ist kein 2016 Titel, aber ich habe damit wohl mehr Zeit verbracht als wie mit jedem anderen Spiel in diesem Jahr. Außerdem habe ich mir anschließend weitere Musou Spiele gekrallt und ich habe ein neues Genre für mich entdeckt.
Die Angst vor zu viel Content.

Die Angst vor zu viel Content -Hitman

Ich habe eigentlich nur die Tutorial Levels und die erste Episode gespielt, aber das gleich mehrere Male. Hitman wird von mir eher als Puzzlespiel gesehen, als ein “Mördersimulator”. Außerdem gibt sich IO ganz viel Mühe die (meist machthungrigen) Ziele als höchst unsympathisch darzustellen.

Hitman bietet eine scheinbar unbegrenzte Zahl von Möglichkeiten, die Levels zu lösen. Man kann sich zwar von Hilfen leiten lassen und auch wenn die vorprogrammierten Lösungswege meistens nur so vor schwarzem Humor sprießen, den größten Spaß hat man beim Erkunden und Improvisieren.

Das ist die Erfahrung aus Tutorial und der ersten Episode. Ich habe das Spiel dann lange zur Seite gelegt und erst nach dem Erscheinen der letzten Episode vervollständigt. Ich erschrak als ich den Inhalt sah. SO VIEL zu tun, so viele Möglichkeiten, so viel zum Freischalten… Ich wusste nicht wo und wie ich anfangen soll und habe mich bis Heute nicht mehr drüber getraut.

Ich hab aber den Jungs von Giantbomb beim Spielen jeder Episode zugesehen und Hitman bot indirekt sehr viel unterhaltung. Vielleicht sollte ich es doch irgendwann wagen und einfach blind loslegen…